Hanau erinnert sich an die Verleihung der Zusatzbezeichnung „Brüder-Grimm-Stadt“ vor zwanzig Jahren und sieht darin eine Wegmarke für die Stadtidentität. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont anlässlich des Jubiläums, dass dieser Schritt weit mehr als ein symbolischer Akt war: Er hat geholfen, aus dem kulturellen Erbe der Grimmbrüder eine unverwechselbare Identität für Hanau zu entwickeln. Jacob und Wilhelm Grimm, beide in Hanau geboren, prägten Sprachwissenschaft, Märchenforschung, Demokratie und Germanistik; ihre Werke gehören zu den weltweit verbreitetsten Büchern, ihr Deutsches Wörterbuch gilt als Grundstein der modernen Germanistik. Die Zusatzbezeichnung habe Hanau zu einer Love Brand gemacht, zu der die Bürgerinnen und Bürger eine tiefe emotionale Bindung pflegen.
Zunächst gab es formale Bedenken, auch im Innenministerium, ob Hanaus historische Rolle ausreiche, um die Zusatzbezeichnung zu rechtfertigen, da die Familie 1791 Hanau verlassen hatte. Wegweisend war der Einsatz des Landtagsabgeordneten Aloys Lenz in Wiesbaden, der Innenminister Bouffier überzeugte; 2006 erhielt die Stadt die Zusatzbezeichnung, die seither auf Schild, Briefköpfen und Siegeln prangt. Verdient hat sich Hanau den Titel zweifellos: Über Jahrzehnte blieb das Grimm-Erbe Teil der städtischen DNA – mit dem Nationaldenkmal (1896), der Deutschen Märchenstraße (seit 1975), dem Grimm-Preis für Literatur, den Festspielen Hanau, dem Ludwig Emil Grimm-Preis für Karikatur und der Grimm-Bürgerdozentur (seit 2016).
Heute begegnen Besucherinnen und Besucher den Brüdern an vielen Orten: vom Märchenpfad über GrimmsMärchenReich im Schloss Philippsruhe bis zur Namensgebung von Schecks, Hochschulangeboten und Gastronomie. Kaminsky abschließend: Bis heute ist das Wirken der Brüder Grimm in Hanau sichtbar, spür- und erlebbar – eine Inspirationsquelle, die kommende Generationen prägt.
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