Im Herzkatheterlabor des Klinikums Hanau wurde erstmals die dünnste Defibrillationselektrode der Welt in einem minimalinvasiven Eingriff eingesetzt. Mit einem Durchmesser von 1,6 Millimetern ist sie rund zwei Drittel schlanker als bisherige Elektroden, spart Platz im Herzen, erleichtert Eingriffe und senkt das Risiko späterer Komplikationen. Zugleich eröffnet die Neuentwicklung neue Perspektiven, moderne Schrittmachertechniken stärker mit der Defibrillator-Therapie zu verbinden. Jedes implantierte ICD-System kann künftig neben der Erkennung und Behandlung bösartiger Rhythmusstörungen auch als Schrittmacher dienen, wenn dies erforderlich wird. Am Klinikum Hanau ist die gezielte Stimulation des Reizleitungssystems mittlerweile Standard; bereits 300 Patientinnen und Patienten haben davon profitiert. PD Dr. med. Christof Weinbrenner beschreibt den Fortschritt als wichtigen Schritt hin zu schonenderen Eingriffen und individuelleren Therapien, die hier in Hanau angeboten werden. Deutschlandweit sterben jährlich schätzungsweise 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod, meist infolge einer koronaren Herzkrankheit, wobei Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und erhöhte Cholesterinwerte eine Rolle spielen. Mit der neuen Elektrode baut das Klinikum Hanau sein Angebot für schwere Herzrhythmusstörungen weiter aus; im Herzkatheterlabor werden jährlich rund 350 Herzschrittmacher und Defibrillatoren implantiert. Pressekontakt: Dominik Kuhn, 06181 / 3000 6069.
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