Nach fast 31 Jahren als Stadtkämmerer hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am 1. September die Verantwortung für die Finanzgeschäfte der Stadt an seinen gewählten Nachfolger, Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, übergeben. Kaminsky zeigte sich zufrieden über einen geordneten Übergang und betonte die immensen Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Bilanz sei trotz aller Anforderungen erfreulich: Hanaus Kassenkredite sind passé; das Anlagevermögen sei von rund 246 Millionen Euro 1995 auf 1,772 Milliarden Euro Ende 2025 gewachsen, und die Infrastruktur sei intakt. Kaminsky hob hervor, dass kommunale Finanzpolitik mehr sei als Haushaltsführung: Investitionskredite für Schulen, Kitas oder Feuerwehr böten langfristige Vorteile, während Kassenkredite Teufelszeug seien; seit 2018 würden keine mehr aufgenommen. Aus der Kernverwaltung stünden 51 Millionen Euro Risikovorsorge bereit, doch im laufenden Jahr werde die Rücklage voraussichtlich um rund 15 Millionen Euro abschmelzen. Zwei Grundsätze seien zentral: Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit, wobei auch die wirtschaftlichen Folgen von Investitionen wie dem Innenstadtumbau oder dem Kaufhof-Immobilienprojekt mitgedacht werden müssten. Kaminsky bat um Augenmaß in den kommenden Haushaltsberatungen und kritisierte die finanziellen Rahmenbedingungen von Bund und Land. Für die Zukunft sagte er, die vorhandenen Vermögenswerte zu sichern und langfristig handlungsfähig zu bleiben. Mit dem Einstieg von Bieri zum 1. September übernimmt dieser die Verantwortung für die städtischen Finanzen und will das Vermögen von 1,7 Milliarden Euro erhalten und weiterentwickeln; der Doppelhaushalt 2027/28 werde schwierig. Die Amtsübernahme des neuen Oberbürgermeisters erfolgt am 1. Oktober; Kaminsky bot weiterhin Beratung an. Bieri zeigte sich zuversichtlich und betonte, Verantwortung für die Heimatstadt zu übernehmen.
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