Eine Delegation der FDP Hanau traf sich mit Thorsten Wünschmann, dem Leiter des Ordnungsamtes der Stadt, um die Sicherheitslage im öffentlichen Raum zu bewerten, Fallzahlen zu prüfen und Planungen für die Zukunft zu erörtern. Die Stadt sehe sich im Vergleich zu Städten ähnlicher Prägung als sicher, betonte Wünschmann, mache aber zugleich deutlich, dass die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werde. Vieles, was als störend empfunden werde, liege unterhalb der Grenze zur Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat und belaste deshalb das Sicherheitsgefühl. Wiederkehrende Ordnungswidrigkeiten wie unerlaubtes Müllabladen, Ruhestörung, Belästigungen, Auto-Poser, Verschmutzung, Vandalismus oder unberechtigt abgestellte Fahrzeuge seien zentrale Themen des öffentlichen Diskurses und einer wichtigen Aufgabe der Behörden.
Eine differenzierte Sicht ergibt sich aus der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen für das vergangene Jahr: In Hanau wurden 7.043 Straftaten registriert, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr; die Straßenkriminalität sank jedoch um 5,3 Prozent. Als Bausteine städtebaulicher Kriminalprävention nennt Wünschmann das Videoschutzkonzept, die Waffenverbotszone und Poller in der Innenstadt, die unbefugten Kfz-Zutritt zeitweise verhindern. Er erklärte, dass die Waffenverbotszone im Jahr 2025 16 Verstöße zählte und Messerangriffe im öffentlichen Raum von 2024 auf 2025 um 22 Prozent auf sieben Fälle zurückgingen. Der Videoschutz habe ebenfalls konkrete Ergebnisse geliefert: 2025 wurden 42 Fälle erfasst, in denen Aufnahmen strafrechtliche Sachverhalte dokumentierten oder zur Täteridentifizierung beitrugen. Planungen sehen weitere Verdichtungen vor, etwa am Schlosspark/CPH, in Lang- und Fahrstraße sowie am Hanauer Hauptbahnhof.
Zu Stadtteilen gab Wünschmann an, aktuell gebe es keinen Bedarf für teure Zusatzmaßnahmen; die Neuorganisation ermögliche Polizeikräften mehr Mobilität und flexiblere Einsatzorte. Entscheidend bleibe eine stete Kommunikation, damit man reagieren könne, bevor sich negative Situationen verfestigen. Bürgerinnen und Bürger seien aufgefordert, Vorfälle zu melden, denn nur so würden Fallzahlen entstehen und daraus Handlungsgrundlagen für Polizei und Ordnungsbehörden abgeleitet.
Was können Bürger konkret tun? Die Antwort lautet: Freiheit und Sicherheit funktionieren nur mit Eigenverantwortung. Die Stadt müsse Regeln durchsetzen, ein gutes Miteinander gehe aber vor allem über gemeinschaftliches Hinsehen, Zivilcourage und das Informieren von Behörden – weniger Social-Media-Shopping, mehr konkrete Meldung vor Ort. Die FDP Hanau unterstützt diesen Weg: Sicherheit ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die über mehr Bürgerbeteiligung statt über mehr Behörde umgesetzt wird.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://fdp-hanau.de/meldung/sicherheit-in-hanau-braucht-eigenverantwortung-und-zivilcourage/