Die Fraktion Die Linke Hanau hat der vorliegenden Regelung zur Entlastung von Familien bei Betreuungskosten in der letzten Stadtverordnetensitzung zugestimmt, zugleich aber deutlich gemacht, dass damit das grundsätzliche Problem der Organisation des Ganztags an Hanauer Schulen nicht gelöst wird. Deshalb fordert Die Linke eine echte Ganztagsschule von der ersten bis zur zehnten Klasse in Landesverantwortung, so das Fraktionsmitglied Birgit Schlage. Schlage weiter: „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wird auch in Hanau umgesetzt. Wenn Familien durch Betreuungskosten wirtschaftlich unzumutbar belastet werden, müssen sie Unterstützung bekommen. Deshalb haben wir der Vorlage zugestimmt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir das derzeitige Modell grundsätzlich für falsch halten.“ Aus Sicht der Linken Hanau muss Ganztag an Schulen vor allem als schulische Aufgabe und damit als Aufgabe des Landes verstanden werden. Ziel müsse eine echte Ganztagsschule sein, beispielsweise im Profil 3, mit ausgebildeten Lehrkräften und einem multiprofessionellen Team aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und weiteren pädagogischen Fachkräften. „Wir wollen nicht einfach eine möglichst gut organisierte Betreuung neben der Schule. Wir wollen eine echte Ganztagsschule. Denn dann geht es nicht nur darum, wer nach dem Unterricht auf die Kinder aufpasst. Es geht um Bildung, individuelle Förderung und Chancengerechtigkeit. Die Hortbetreuung hat gezeigt, dass ein ausgereiftes pädagogisches Konzept in der frühkindlichen Bildung sehr wichtig ist“, ergänzt Fraktionskollegin Emine Pektas. Dazu gehöre auch die finanzielle Situation der Familien. Denn selbst wenn Betreuungskosten übernommen oder reduziert würden, blieben weitere Belastungen, beispielsweise für das Mittagessen. Familien, die knapp über ein Einkommen verfügen und nicht Grundsicherungsberechtigt sind, könnten durch die zusätzlichen Kosten erheblich belastet werden. Quelle: Die Linke Hanau, Pressemitteilung.
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