Hitze wird in Hanau als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels gesehen und erfordert einen breiten Mix aus kurzfristigen Hilfsangeboten und langfristigen Maßnahmen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont, dass der Schutz der Bevölkerung nicht nur Infrastruktur, sondern auch Information, Vorsorge und gegenseitige Rücksichtnahme umfasse und alle Menschen in Hanau Möglichkeiten zur Abkühlung und Unterstützung erhalten sollen. Seit Ende 2023 arbeitet die Stadt systematisch an einer Hitzeaktionsplanung, in die viele Fachbereiche eingebunden sind.
Ein zentraler Baustein ist das Hitze-Portal, über das Hinweise zum Verhalten bei Hitze, Trinkbrunnen, Refill-Stationen, Tipps in einfacher Sprache und das Hitze-Telefon des Main-Kinzig-Kreises angeboten werden; dazu kommt die Coole Map mit schattigen, grünen und kühlen Orten im Stadtgebiet, die auch gedruckt erhältlich ist. Zu den Schutzmaßnahmen gehören Trinkbrunnen am Freiheitsplatz, ein wachsendes Netz an Refill-Stationen sowie die beiden städtischen Freibäder Lindenau-Bad und Heinrich-Fischer-Bad, die als Orte der Abkühlung dienen und bei Bedarf länger geöffnet werden könnten.
Die Freibäder sind besonders wichtig für Menschen ohne Garten oder Balkone, aber auch für Vereine und Schulsport. Schattenplätze, Wasser vor Ort und klimatisierte Aufenthaltsbereiche gehören bereits zum Standard; zusätzlich wird geprüft, ob Öffnungszeiten bis 22 Uhr möglich sind. Schatten an naturnahen Orten wie Schlosspark, Kinzig- und Main-Ufer, Friedhöfen und Waldflächen ergänzt das Angebot. In der Innenstadt bietet der Stadthof mit der Hitzefrei-Lounge eine klimatisierte Anlaufstelle, das Kulturforum zählt ebenfalls zu kühlenden Orten.
Auch der Schutz von Kindern in Kitas ist Thema: Hier gibt es Hitzepläne mit angepassten Tagesabläufen, Verschattung und kühler Verpflegung. Im Klinikum Hanau führten extreme Temperaturen zu rund 20 Prozent mehr Dehydrierungsfällen; dort wurden Kühlzonen eingerichtet und technische Kühlsysteme wie eine Kühldecke in der Zentralen Notaufnahme installiert. Die Stadtpolizei verstärkt bei Hitze den Kontakt zu Obdachlosen, verteilt Trinkwasser und weist auf Hilfsangebote hin.
Auch die Wirtschaft zieht mit: Einzelhandel, Gastronomie und Hotels sollen Refill-Stationen, kostenlose Abkühlung und klimatisierte Räume sichtbarer machen; Grimm’s Hotel bietet ab 30 Grad klimatisierte Zimmer zu vergünstigten Preisen an. Zukünftig plant die Stadt weitere Trinkbrunnen, zusätzliche Refill-Stationen, mehr Schattenangebote und längere Öffnungszeiten klimatisierter öffentlicher Gebäude; eine Sprühnebelsäule am Marktplatz soll ab Mitte August für rund vier Wochen Erfrischung bringen. Langfristig will Hanau Bäume pflanzen, Flächen entsiegeln, das Naturwaldkonzept weiterentwickeln und Kinzigufer sowie kühle Freiräume stärken.
Bei außergewöhnlichen Hitzelagen können Öffnungszeiten einzelner Einrichtungen flexibel angepasst werden; Informationen dazu gibt die Stadt über ihre Kommunikationskanäle bekannt. Weitere Details zum Hitzeschutz, zur Coole Map, zu Trinkbrunnen und Refill-Stationen finden sich auf dem Hitze-Portal.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.presse-service.de/meldung.aspx?ID=1223123