Die Stadt Hanau, der Main-Kinzig-Kreis und der Landeswohlfahrtsverband (LWV) haben heute eine Kooperationsvereinbarung zur Eingliederungshilfe unterzeichnet, mit dem Ziel, Übergänge zwischen Zuständigkeiten frühzeitig zu begleiten und sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderung in jeder Lebensphase die notwendige Unterstützung erhalten – unabhängig davon, welche Behörde zuständig ist. In der Praxis wird das Zusammenspiel der Ämter im Main-Kinzig-Kreis verstärkt: Das Amt für Soziale Förderung und Teilhabe, das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr sowie das Jugendamt arbeiten künftig enger zusammen; die Stadt Hanau ist offiziell als dritter Partner aufgenommen worden. Ziel ist es, Angebote noch besser aufeinander abzustimmen, Transparenz zu erhöhen, Informationen zu nutzen und Ressourcen zielgerichtet einzusetzen, damit inklusive Lebensverhältnisse gestärkt werden.
Der Hintergrund ist das Bundesteilhabegesetz: Es rückt die Bedürfnisse der einzelnen Menschen mit Fähigkeiten, Bedürfnissen und Lebenszielen in den Mittelpunkt statt einer bestimmten Einrichtung. Deshalb regelt die Vereinbarung, wie Stadt, Landkreis und LWV in Zukunft ihre Aufgaben synchronisieren, Informationen austauschen und Angebote gemeinsam weiterentwickeln. Frühzeitig sollen neue Einrichtungen und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und besondere Wohnformen geplant werden. Ein inklusiver Sozialraum soll Menschen mit behinderungsbedingten Einschränkungen ermöglichen, dort zu wohnen, zu leben und zu arbeiten, wo sie zu Hause sind – im Stadtteil und im vertrauten Umfeld. Prävention, bessere Nutzung von Beratungsangeboten und die frühzeitige Unterstützung bei seelischen Beeinträchtigungen gehören ebenfalls dazu.
Betroffene Menschen und ihre Angehörigen sollen die Weiterentwicklung der Angebote aktiv mitgestalten. Bewohnerbeiräte, Werkstatträte und Selbsthilfegruppen sollen Erfahrungen einbringen. Eine gemeinsame Kooperationskonferenz, mindestens zweimal jährlich, sorgt für enge Abstimmung; weitere Institutionen wie Jugendamt, Kranken- und Pflegekassen, Arbeitsagentur, Jobcenter, Wohnungswirtschaft und Hochschulen können hinzugezogen werden. Dr. Maximilian Bieri betonte, dass eine inklusive Stadt erst dann wirklich gelingt, wenn Menschen ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten können. Susanne Simmler (LWV) und Alexander Heppe hobene die enge Zusammenarbeit hervor und betonten, dass Hanau nun offiziell Teil der Kooperationsvereinbarung ist.
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.mkk.de/aktuelles/pressemitteilungen_1/pressemitteilung_4089681.html