Die Grünen und Die Linke in Hanau haben einen gemeinsamen Antrag auf einen kommunalen Hitzeaktionsplan vorgelegt. Hintergrund ist der heiße Sommer mit 19 Tagen über 35 Grad und zwei Tagen über 40 Grad; der Plan soll bis spätestens April 2027 vorliegen und vor dem nächsten Sommer dokumentieren, wer bei Hitzewarnungen welche Maßnahmen einleitet. Der Antrag wurde fristgerecht zur Beratung in der Stadtverordnetenversammlung im September eingebracht, behandelt wird er jedoch in der Sitzung Anfang November. Ziel ist, bestehende Maßnahmen zu bündeln und konkrete Zuständigkeiten zwischen Gesundheitsbereich, Umwelt, Stadtplanung, Pflege, Katastrophenschutz und Sozialbereich festzulegen; dabei sollen Empfehlungen von Bund und Land Hessen sowie die Angebote zuständiger Fachstellen berücksichtigt werden.
Hanau verfügt bereits über Grundlagen wie das städtische Hitze-Portal mit Hitzewarnungen und Schutzinformationen, die Stadtklimaanalyse von 2025 sowie Projekte zur Entsiegelung, Begrünung und Verschattung. Aus Sicht der Grünen und der Linken müssen diese Ansätze stärker vernetzt und um konkrete Abläufe für akute Hitzewellen ergänzt werden. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke, Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen, Wohnungslose sowie Menschen in hitzegefährdeten Quartieren oder im Freien arbeitend.
Für Obdachlose erfordert die Linke ungewöhnliche Lösungen: Klapptestweise klimatisierte Busse als kühle Aufenthaltsräume mit sozialer und medizinischer Unterstützung. Hitze belaste Rettungsdienste, Kliniken, Pflege- und soziale Einrichtungen; der Plan solle nicht nur akute Warnungen, sondern auch langfristige Fragen klären: Wo braucht Hanau mehr Schatten und Grün? Welche öffentlichen Räume müssen geschützt werden? Wo kann Entsiegelung helfen? Welche Einrichtungen benötigen besondere Schutzkonzepte.
„Der Sommer 2026 hat gezeigt: Hitze ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern eine konkrete Gefahr für Gesundheit, Betreuung, Pflege und Lebensqualität in unserer Stadt. Hanau hat bereits wichtige Bausteine zum Umgang mit Hitzewellen. Was fehlt ist ein transparenter Plan, der bei Hitzewellen klar zeigt: Wer handelt, wann und für wen?“ erklärt die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Angelika Gunkel. Und Charlotte von Hauff, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, betont: „Die nächsten Hitzewellen sollten nicht jedes Mal neue Improvisation erfordern. Hanau hat wichtige Voraussetzungen geschaffen. Jetzt brauchen wir klare Abläufe für akute Hitzelagen und zugleich einen Plan für die Stadtentwicklung.“
Quelle der ursprünglichen Meldung: https://www.die-linke-hanau.de/medien/presseerklaerungen/detail-presse/news/gruene-und-linke-fordern-kommunalen-hitzeaktionsplan-fuer-hanau/