Ein GEWOS-Gutachten benennt weitere Kommunen in Hessen mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt; insgesamt sind es nun 71, nachdem es zuvor 49 waren. Hanau gehört zu den 22 Neuzugängen und erhält damit künftig besondere Schutzregelungen für Mieterinnen und Mieter sowie zusätzliche Möglichkeiten, Flächen für den Wohnungsbau zu mobilisieren. Grundlage des neuen Verzeichnisses sind fünf Kriterien wie Entwicklung der Angebotsmieten, Mietbelastung der Haushalte, Neubauintensität, Leerstand und Wohnversorgungsquote. Die Entscheidung, Hanau in den Kreis der besonders angespannten Kommunen aufzunehmen, trage einer Entwicklung Rechnung, die in der Stadt seit Jahren zu beobachten sei: Hohe Nachfrage, gestiegene Mieten und knapper bezahlbarer Wohnraum, sagte Bürgermeister Maximilian Bieri. In den vergangenen Jahren habe Hanau bereits erheblich in neuen Wohnraum investiert – unter anderem durch die Entwicklung ehemaliger US-Militärflächen wie ArgonnerPark, Argonnerwiesen, Lehrhöfer Park und Pioneer Park; mit dem MAIN AU QUARTIER auf dem Bautz-Gelände in Großauheim sei das nächste Großprojekt mit rund 1.400 Miet- und Eigentumswohnungen geplant. Mit der Aufnahme in die Gebietskulisse sollen künftig die Mieterschutzregelungen gelten: Mietpreisbremse, eine Kappungsgrenze von grundsätzlich 15 Prozent innerhalb von drei Jahren sowie eine verlängerte Kündigungssperrfrist von sechs Jahren bei Umwandlung vermieteter Wohnungen in Eigentum. Zusätzlich sollen bestimmte unbebaute oder brachliegende Grundstücke ein besonderes Vorkaufsrecht erhalten und Baugebote erweitert werden; die Gebietsausweisung erleichtere die Aktivierung weiterer Flächen. Bieri betont, Mieterschutz und Wohnungsbau gehörten zusammen, denn nur durch beides lasse sich der Markt dauerhaft entspannen. Die Verordnungsentwürfe gehen in die Anhörung und das Kabinett soll Mitte November 2026 entscheiden. Pressekontakt: Thomas Nawrath.
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